Ausbildungen / Fortbildungen:

Berufsbild Arbeitsmedizin

Informationen über das Berufsbild von Arbeitsmediziner(inne)n, Ihre Aufgaben, Tätigkeiten und Kompetenzen erhalten Sie auch in unseren Videos.

Die Arbeitsmedizin ist jene ärztliche Disziplin, die sich mit den Wechselwirkungen zwischen Arbeit, Gesundheit und Krankheit beschäftigt.

Ziel der Arbeitsmedizin ist, die physische und psychische Gesundheit bzw. die individuelle Leistungs- und Arbeitsfähigkeit von Menschen bestmöglich zu erhalten und zu fördern.

©  Österreichische Akademie für Arbeitsmedizin - Berufsbild Arbeitsmediziner(in)

Arbeitsmedizin ist Präventivmedizin. Sie umfasst Maßnahmen

  • der Gesundheitsförderung,
  • der Schadensverhütung (Primärprävention),
  • der Früherkennung von Risikofaktoren und Erkrankungen (Sekundärprävention) und
  • der beruflichen Wiedereingliederung und der Integration gesundheitlich beeinträchtigter Menschen (Tertiärprävention).

Sie zielt daher

  • auf die Vermeidung bzw. Minimierung gesundheitsbeeinträchtigender Einflussfaktoren (vorrangig Verhältnisprävention) und
  • auf die Stärkung persönlicher Gesundheitsressourcen und die Motivation zu eigenverantwortlichem gesunden Verhalten (Verhaltensprävention).

Welche Aufgaben Arbeitsmediziner(innen) gemäß ArbeitnehmerInnenschutzgesetz erfüllen sollen, finden Sie unter "Tätigkeitsbereiche" sowie unter "Betreuungsmöglichkeiten".

Um das Ziel der Arbeitsmedizin zu erreichen, beraten Arbeitsmediziner(innen) im Zusammenwirken mit anderen Fachdisziplinen und Akteur(inn)en alle am Arbeitsprozess Beteiligten verantwortlich. Sie wirken im Rahmen ihrer Möglichkeiten auf die Umsetzung von Maßnahmen hin. Der Arbeitsmedizin kommt hierbei eine Lotsenfunktion zu.

Die Aufgaben der Arbeitsmedizin umfassen beispielsweise folgende Bereiche: 

  • Erkennen gesundheits- und leistungsrelevanter Faktoren im betrieblichen Geschehen,
  • Bewertung dieser Faktoren hinsichtlich ihrer möglichen Auswirkungen auf den Menschen
  • Entwicklung von Verbesserungsmaßnahmen bzw. Maßnahmen zur Gefahrenverhütung
  • Mitwirkung bei der Umsetzung der Maßnahmen und Kontrolle der Wirksamkeit
  • Beurteilung individueller gesundheitlicher Beeinträchtigungen hinsichtlich ihrer möglichen arbeitsbedingten Ursachen sowie ihrer Auswirkungen auf die künftige Leistungs- und Arbeitsfähigkeit
  • Initiieren, Durchführen bzw. Mitwirken bei Maßnahmen zur Förderung von Gesundheit und Leistungsfähigkeit
  • Mitwirkung bei Fragen des Arbeitsplatzwechsels sowie Eingliederung und Wiedereingliederung Behinderter bzw. gesundheitlich Beeinträchtigter in den Arbeitsprozess

Weitere Aufgaben der Arbeitsmedizin können Sie im Detail der Publikation Berufsbild Arbeitsmediziner(in) entnehmen.

Die Arbeitsmedizin handelt auf Grundlage wissenschaftlicher Erkenntnisse und psychosozialer Kompetenz. Bei der Umsetzung ihrer Erkenntnisse im Betriebsalltag berücksichtigt sie physische, psychische und soziale Einflüsse im Sinne einer ganzheitlichen Betrachtungsweise.

Jede(r) Beschäftigte ist Faktoren ausgesetzt, die seine Gesundheit, seine Befindlichkeit bzw. seine Leistung positiv oder negativ beeinflussen können, den sogenannten "Einflussfaktoren".

Abb.: Modell der Einflussfaktoren

Im Zentrum der Betrachtung stehen die Menschen, auf die die Faktoren einwirken. Sie sind jedoch – aufgrund ihrer persönlichen Eigenschaften, Kenntnisse, Fähigkeiten, physischen und psychischen Leistungsvoraussetzungen – auch selbst ein Einflussfaktor.

"Arbeitsstoffe", "Arbeitsmittel", "Arbeitsumfeld" und zum Teil "Ablauforganisation" sind Faktoren, die sich vorrangig auf die physische Gesundheit auswirken. Die Aspekte „Werte / Ziele / Unternehmenskultur“, "Aufbauorganisation" und „Ablauforganisation“ führen zwar nicht unmittelbar zu physischen Gefährdungen, Missstände in diesen Bereichen können jedoch längerfristig ebenfalls zu körperlichen Erkrankungen führen. Jedenfalls haben sie wesentlichen Einfluss auf die psychische Leistungsfähigkeit der Menschen.

Trotz der Vielfältigkeit der einzelnen arbeitsmedizinischen Tätigkeiten ist es möglich, diese in einem allgemeinen Prozessablauf verdichtet darzustellen.

Abb.: Arbeitsmedizinischer Handlungsprozess

Die Spirale des arbeitsmedizinischen Prozessablaufs beginnt sich zu drehen, wenn eine Interessensgruppe (Unternehmer(in), Mitarbeiter(innen), Behörde etc.) diesen Prozess auslöst. Folgende Ereignisse können prozessauslösend wirken:

  • Aufnahme der arbeitsmedizinischen Tätigkeit
  • Ersterfassung bzw. Änderung sowie regelmäßige Überprüfung der Einflussfaktoren und die damit verbundene Gefährdungs- und Risikobeurteilung
  • Wahrnehmung von psycho-sozialen Störfaktoren
  • Auftreten einer Leistungsminderung
  • Auftreten von Erkrankungen, wenn der begründete Verdacht besteht, dass sie arbeitsbedingt sind
  • Unfälle bzw. Beinaheunfälle
  • Wiedereingliederungsbedarf von Beschäftigten
  • sonstige Umstände oder Ereignisse, die auf eine negative Auswirkung auf Leistungsfähigkeit, Sicherheit oder Gesundheit der Beschäftigten schließen lassen
  • sonstige Beratungsanliegen und Anfragen von Arbeitnehmer(inne)n, Arbeitgeber(inne)n sowie Behörden und Institutionen
  • Änderung gesetzlicher Regelungen bzw. wissenschaftlicher Standards

Der Erfolg des arbeitsmedizinischen Handlungsprozesses wird im Sinne der Qualitätssicherung wesentlich von einem Instrumentarium mitbestimmt, das mit jedem Handlungsschritt untrennbar verknüpft ist, nämlich Kommunikation, Kooperation und Dokumentation (inkl. Auswertung).  

Der arbeitsmedizinische Handlungsprozess dient einerseits als Instrument des Qualitätsmanagements. Anderseits stellt er eine wertvolle Orientierungshilfe für Arbeitsmediziner(innen) dar, da er sich auf jede konkrete betriebliche Situation umlegen lässt und aufzeigt, welche Schritte als nächstes zu setzen sind.

Details zum Instrumentarium und zu den einzelnen Schritten des arbeitsmedizinischen Handlungsprozesses können sie der Publikation "Berufsbild Arbeitsmediziner(in)" entnehmen.

Die Tätigkeit von Arbeitsmediziner(inne)n steht im Dienste aller Beteiligten im Betrieb, von ihrer Kompetenz profitieren Beschäftigte und Unternehmer(innen). Dies erfordert von Arbeitsmediziner(inne)n adäquate Verhaltens- und Umsetzungsstrategien, sie müssen daher ein umfassendes Leistungsspektrum bis hin zu Problemlösungen anbieten.
Für einen produktiven Beitrag der Arbeitsmedizin zum Gesamterfolg eines Betriebes ist die Übereinstimmung zwischen angebotener Leistung der Arbeitsmediziner(innen) und der Erwartungshaltung des Unternehmens von großer Bedeutung. Die Vereinbarung von Zielen ist – abgesehen von absoluten Minimalzielen, die in der Regel per Gesetz definiert sind – daher immer ein konsensualer Vorgang zwischen Unternehmen und Arbeitsmediziner(inne)n.

Abb.: Bandbreite des arbeitsmedizinischen Handlungsauftrags

Grundlage des arbeitsmedizinischen Handelns sind die in den einschlägigen Gesetzen und Verordnungen formulierten Aufgaben und Pflichten. Die gesetzliche Mindesteinsatzzeit ist nur auf die Erfüllung dieser Basisversorgung ausgerichtet.

Eine Erweiterung dieses Handlungsauftrags mit flankierenden Angeboten der Präventionsdienstleistung trägt zur positiven Unternehmensentwicklung bei. Im Fokus dieser präventivmedizinischen Dienstleistung steht die ganzheitliche Beratung von Arbeitgeber(inne)n und Arbeitnehmer(inne)n in allen präventivmedizinischen Belangen.

Einer Arbeitsmedizin, die als strategisches betriebliches Gesundheitsmanagement agiert, gelingt es, ihren systemischen Ansatz in der Personal- und Organisationsentwicklung zu positionieren und in der Werteskala des Unternehmens zu implementieren. Sie koordiniert alle entsprechenden Aktivitäten im Unternehmen, entwickelt Gesundheits- und Präventionsstrategien und unterstützt das Unternehmen maßgeblich bei deren Umsetzung.

Unabhängig von der Handlungsbreite umfasst das arbeitsmedizinische Leistungsangebot Maßnahmen von der Vermeidung von Berufskrankheiten und Arbeitsunfällen bis hin zur Gesundheitsförderung.

Ist für die gesetzliche Basisversorgung eher analytisches Tiefenwissen um spezifische Arbeitssituationen notwendig, so ist für die Erweiterungen, vor allem in Richtung Management, in zunehmendem Ausmaß systemisches, interdisziplinär vernetztes Breitenwissen um das Unternehmen gefordert. Dazu bedarf es interdisziplinärer Weiterqualifikation.

Formale Voraussetzungen

Formale Voraussetzungen für die arbeitsmedizinische Tätigkeit sind das "ius practicandi" als Arzt(Ärztin) für Allgemeinmedizin oder als Facharzt(-ärztin) sowie die Absolvierung des gesetzlich vorgeschriebenen arbeitsmedizinischen Grundlagenlehrgangs an einer Akademie für Arbeitsmedizin.

Persönliche Voraussetzungen (Kompetenz)

Die arbeitsmedizinische Tätigkeit erfordert sowohl Wissens- als auch Handlungskompetenz.

Unumgänglich ist arbeitsmedizinisches und interdisziplinäres Fachwissen, das in der Ausbildung erworben und durch laufende Fortbildung auf dem neuesten Stand gehalten bzw. vertieft wird. Die Tätigkeit von Arbeitsmediziner(inne)n erfordert neben dem arbeitsmedizinischen Fachwissen auch Wissen über und Verständnis für psychologische, rechtliche, technologische und ökonomische Fakten und Zusammenhänge.

Für jene Arbeitsmediziner(innen), die Leistungen anbieten, die über den gesetzlich geregelten Bereich hinausgehen, sind Kenntnisse und Fähigkeiten in den interdisziplinären Bereichen Betriebswirtschaft, Arbeits- und Organisationspsychologie sowie Organisations- und Personalentwicklung erforderlich.

Arbeitsmediziner(innen) müssen in der Lage sein, das Wissen anzuwenden und umzusetzen (Handlungskompetenz). Es sind daher soziale Kompetenzen erforderlich, d.h. Arbeitsmediziner(innen) müssen mit allen am Arbeitsprozess Beteiligten adäquat interagieren können.

Für eine erfolgreiche arbeitsmedizinische Tätigkeit benötigen Arbeitsmediziner(innen) Kreativität in der Lösung von Problemen und die Fähigkeit zur Entwicklung von geeigneten Maßnahmen sowie zur Umsetzung der vereinbarten Ziele (Managementkompetenz).

Darüber hinaus ist auch die Fähigkeit zur adäquaten Kommunikation über alle Hierarchieebenen und zur Führung von Beschäftigten erforderlich.

Hier finden Sie die Informationen über die wichtigsten im ArbeitnehmerInnenschutzgesetz (ASchG) festgelegten Regelungen betreffend die arbeitsmedizinische Betreuung von Arbeitnehmer(innen) in Unternehmen sowie die Erklärungen wesentlicher Begriffe.

Sämtliche Bestimmungen finden Sie im Detail im ASchG.

Beachten Sie bitte, dass hier ausschließlich gesetzliche Regelungen wiedergegeben sind, das Aufgabenspektrum im Rahmen des Dienstleistungsangebots der Arbeitsmedizin bzw. der Organisationsmedizin jedoch ein weitaus breiteres ist.

Evaluierung (Ermittlung und Beurteilung von Gefahren)

Arbeitgeber(innen) sind verpflichtet, für Sicherheit und Gesundheitsschutz der Arbeitnehmer(innen) in Bezug auf alle Aspekte, die die Arbeit betreffen, zu sorgen.

Dazu müssen zunächst die im Betrieb bzw. am Arbeitsplatz bestehenden Gefahren ermittelt und beurteilt (sog. "Evaluierung") und geeignete Maßnahmen zur Gefahrenverhütung festgelegt werden. Für die Maßnahmen sind je nach Dringlichkeit Termine zu setzen.

Insbesondere sind zu berücksichtigen:

  • die Gestaltung und die Einrichtung der Arbeitsstätte,
  • die Gestaltung und der Einsatz von Arbeitsmitteln,
  • die Verwendung von Arbeitsstoffen,
  • die Gestaltung der Arbeitsplätze,
  • die Gestaltung der Arbeitsverfahren und Arbeitsvorgänge und deren Zusammenwirken und
  • der Stand der Ausbildung und Unterweisung der Arbeitnehmer.

Auch besonders gefährdete oder schutzbedürftige Arbeitnehmer sowie die Eignung der Arbeitnehmer im Hinblick auf Konstitution, Körperkräfte, Alter und Qualifikation sind zu berücksichtigen.

Bei der Evaluierung sind erforderlichenfalls geeignete Fachleute (Sicherheitsfachkräfte und Arbeitsmediziner) heranzuziehen.

Arbeitsmedizinische Betreuung

Arbeitgeber(innen) sind verpflichtet, sog. Präventivdienste (Arbeitsmediziner(innen), Sicherheitsfachkräfte) zu bestellen.

Die Verpflichtung zur Bestellung von Arbeitsmediziner(inne)n kann erfüllt werden:

  • durch Beschäftigung von geeigneten Ärzten/Ärztinnen im Rahmen eines Arbeitsverhältnisses (betriebseigene Arbeitsmediziner(innen)) oder
  • durch Inanspruchnahme externer Arbeitsmediziner(innen) oder
  • durch Inanspruchnahme eines bewilligten arbeitsmedizinischen Zentrums.

Als Arbeitsmediziner(innen) dürfen nur Personen bestellt werden, die zur selbständigen Ausübung des ärztlichen Berufes berechtigt sind und eine vom Bundesminister für Gesundheit und Konsumentenschutz (nunmehr: Bundesministerium für Gesundheit) anerkannte arbeitsmedizinische Ausbildung absolviert haben.
Der Nachweis darüber wird durch das von der Ausbildungsstelle verliehene Zertifikat erbracht.

Für die sicherheitstechnische und arbeitsmedizinische Betreuung der Arbeitnehmer(innen) in Arbeitsstätten mit bis zu 50 Arbeitnehmer(inne)n hat der zuständige Träger der Unfallversicherung (AUVA) Präventionszentren ("AUVA-sicher") eingerichtet. Die AUVA bedient sich dabei vorrangig externer Präventivfachkräfte, die die Betreuungsleistungen in ihrem Auftrag erbringen.

Arbeitsmediziner(innen) werden lt. ASchG bei folgenden Aufgaben herangezogen:

  • in allen Fragen der Erhaltung und Förderung der Gesundheit am Arbeitsplatz und der Verhinderung arbeitsbedingter Erkrankungen,
  • bei der Planung von Arbeitsstätten,
  • bei der Beschaffung oder Änderung von Arbeitsmitteln,
  • bei der Einführung oder Änderung von Arbeitsverfahren und der Einführung von Arbeitsstoffen,
  • bei der Erprobung und Auswahl von persönlichen Schutzausrüstungen,
  • in arbeitsphysiologischen, arbeitspsychologischen und sonstigen ergonomischen sowie arbeitshygienischen Fragen, insbesondere des Arbeitsrhythmus, der Arbeitszeit- und Pausenregelung, der Gestaltung der Arbeitsplätze und des Arbeitsablaufes,
  • bei der Organisation der Ersten Hilfe,
  • in Fragen des Arbeitsplatzwechsels sowie der Eingliederung und Wiedereingliederung Behinderter in den Arbeitsprozess,
  • bei der Ermittlung und Beurteilung der Gefahren,
  • bei der Festlegung von Maßnahmen zur Gefahrenverhütung,
  • bei der Organisation der Unterweisung und bei der Erstellung von Betriebsanweisungen.

Präventionszeiten

Das Ausmaß der Präventionszeit pro Kalenderjahr - also die Zeit, die die Präventivdienste im Betrieb vor Ort erbringen - richtet sich nach der Anzahl der Arbeitnehmer(innen), die in einer Arbeitsstätte von einem Arbeitgeber beschäftigt werden.

Sicherheitsfachkräfte und Arbeitsmediziner(innen) sind mindestens im Ausmaß der im Folgenden festgelegten Präventionszeit pro Kalenderjahr zu beschäftigen:

  • für Arbeitnehmer(innen) an Büroarbeitsplätzen sowie an Arbeitsplätzen mit Büroarbeitsplätzen vergleichbaren Gefährdungen und Belastungen (geringe körperliche Belastung): 1,2 Stunden pro Arbeitnehmer(in),
  • für Arbeitnehmer(innen) an sonstigen Arbeitsplätzen: 1,5 Stunden pro Arbeitnehmer(in).

Für jede(n) Arbeitnehmer(in), der mindestens 50-mal im Kalenderjahr Nachtarbeit leistet, erhöht sich die jährliche Präventionszeit um je 0,5 Stunden pro Kalenderjahr.

Pro Kalenderjahr sind die Sicherheitsfachkräfte im Ausmaß von mindestens 40 % und die Arbeitsmediziner(innen) im Ausmaß von mindestens 35 % der Präventionszeit zu beschäftigen. Im Ausmaß der restlichen 25 % der jährlichen Präventionszeit kann der Arbeitgeber je nach der in der Arbeitsstätte gegebenen Gefährdungs- und Belastungssituation sonstige geeignete Fachleute (z.B. Chemiker(innen), Toxikolog(inn)en, Ergonom(inn)en, Arbeitspsycholog(inn)en) oder aber die Sicherheitsfachkräfte und/oder die Arbeitsmediziner(innen) beschäftigen.
Häufig werden daher Arbeitsmediziner(innen) mit 60 % der gesamten Präventionszeit betraut.

In Arbeitsstätten mit bis zu 50 Arbeitnehmer(inne)n hat die sicherheitstechnische und arbeitsmedizinische Betreuung in Form von Begehungen durch eine Sicherheitsfachkraft und durch eine(n) Arbeitsmediziner(in) zu erfolgen.
Regelmäßige Begehungen -

  • in Arbeitsstätten mit 11 bis 50 Arbeitnehmer(inne)n mindestens einmal im Kalenderjahr,
  • in Arbeitsstätten mit 1 bis 10 Arbeitnehmer(inne)n mindestens einmal in zwei Kalenderjahren (wenn ausschließlich Büroarbeitsplätze vorhadnen sind, einmal in 3 Kalenderjahren) -

müssen sowohl durch eine Sicherheitsfachkraft als auch durch eine(n) Arbeitsmediziner(in), nach Möglichkeit gemeinsam, zu erfolgen.

Eignungs- und Folguntersuchungen

Mit Tätigkeiten, bei denen die Gefahr einer Berufskrankheit besteht, und bei denen einer arbeitsmedizinischen Untersuchung im Hinblick auf die mit dieser Tätigkeit verbundene Gesundheitsgefährdung prophylaktische Bedeutung zukommt, dürfen Arbeitnehmer(innen) sämtlicher Unternehmen nur beschäftigt werden, wenn

  • vor Aufnahme der Tätigkeit eine solche Untersuchung durchgeführt wurde (Eignungsuntersuchung) und
  • bei Fortdauer der Tätigkeit solche Untersuchungen in regelmäßigen Zeitabständen durchgeführt werden (Folgeuntersuchungen).

Dies gilt im wesentlichen auch für Tätigkeiten, die mit gesundheitsgefährdender Lärmeinwirkung verbunden sind.
Weiters gilt dies für Tätigkeiten, bei denen häufiger und länger andauernd Atemschutzgeräte getragen werden müssen, für Tätigkeiten im Rahmen von Gasrettungsdiensten und für Tätigkeiten unter Einwirkung von den Organismus besonders belastender Hitze.

Die untersuchenden Ärzte/Ärztinnen (sog. "Ermächtigte Ärzte/Ärztinnen") beurteilen die Ergebnisse der Eignungs- und Folgeuntersuchungen und somit die "Eignung" oder "Nichteignung" der Arbeitnehmer(in) für die Ausübung der spezifischen Tätigkeit.