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Gewinnerprojekte 2012

Um die Zielgruppenorientierung in der Gesundheitskommunikation zu fördern wurde der Österreichische Kommunikationspreis 2012 in 3 Kategorien vergeben:

  • Gesunder Start ins Leben (Kinder und Jugendliche)
  • Gesundheit erleben – ein Erwachsenen-Leben lang (Erwachsene / Erwerbstätige)
  • Lebenswert alt werden (Generation 60+)

Unter den insgesamt 100 Einreichungen sehr viele beeindruckende und hochkarätige Arbeiten, die hinsichtlich ihrer Qualität, Kreativität und Innovationskraft eigentlich alle eine Auszeichnung verdient hätten. Dementsprechend schwer war die Auswahl der Gewinnerprojekte auch für die Fachjury (Projektliste 2012 mit allen eingereichten Projekten, inkl. Projekt-Kurzbeschreibung, Ansprechperson und Email-Kontakt).
Schließlich konnten die Siegerarbeiten aber doch überzeugen, dass sie mit kreativen und innovativen Kommunikationsstrategien nicht nur die gesundheitlichen Kompetenzen ihrer Zielgruppen stärken, sondern auch die Motivation zu gesundem Verhalten nachhaltig erhöhen.

KATEGORIE „Gesunder Start ins Leben“ (Kinder & Jugendliche)

1. PLATZ
"Alkoholsuchtprävention in Wiener Fußballstadien - VOLLFAN STATT VOLLFETT"
Institut für Suchtprävention der Sucht- und Drogenkoordination Wien

Zahlreiche Untersuchungen belegen, dass Alkohol auch bei Jugendlichen an erster Stelle der konsumierten Rauschsubstanzen steht. Im Setting Fußballstadien befinden sich zahlreiche Ziel- und Dialoggruppen, die mit geplanten Maßnahmen dazu angesprochen werden können. Zielgruppe sind Jugendliche und junge Erwachsene, sowie Multiplikatoren wie Vereine, Stadionmitarbeiter(innen) und Gastronomiemitarbeiter(innen). Realisierung auf 4 Ebenen: Kommunikationsmaßnahmen, Maßnahmen für Vereinsmitarbeiter(innen) und Multiplikatoren, Projekte für Jugendliche und junge Erwachsene, Maßnahmen in den Gastronomiebetrieben. Das Projekt setzt bei der Förderung von Selbstverantwortung und einem maßvollen Umgang mit Alkohol sowie der Reduktion des riskanten Alkoholkonsums bei jungen Stadionbesucher(innen) an.

2. PLATZ
Schulwettbewerb "We like everyBODY! Unsere Schule ohne Schlankheitswahn!"
Wiener Programm für Frauengesundheit in der Magistratsabteilung 15 der Stadt Wien

Ausgangslage: 90% sind mit ihrem Körper unzufrieden, 40% der 10-12-Jährigen sorgen sich um ihr Gewicht, mehr als 50% der 15-Jährigen halten Diäten, bis zu 25% experimentiert mit Abführmitteln, Diätpillen, Erbrechen. Essstörungen, Depressionen, Schönheits-OPs sind die Folge. Aufgabe: Schüler(innen) sollen eine Werbe-/PR-Kampagne zur Förderung eines positiven Körperklimas für die EIGENE Schule entwickeln. Ziel: Nachhaltige "Körperklima"-Verbesserung in der Schule, positive Auseinandersetzung der Jugendlichen mit Körperbildern, Verbreitung der Vielfalt menschlichen Aussehens. Zielgruppe: Schüler(innen) der 8. und 9. Schulstufe aller Wiener Schulen (ca. 440 Schulen). Kommunikation: Folder, Flyer, Plakate, Website, Facebook sowie Auftaktveranstaltung, Workshops, Schulungen.

3. PLATZ
"netcoaching bei Kleinkindern, die an Ess- und Gedeihstörungen leiden, Sondenentwöhnungen"
NoTube & Universitätsklinik für Kinder- und Jugendheilkunde Graz

Früh- und mangelgeborene Kinder werden mittels nasogastrischen, oder Sonden, die durch die Bauchhaut gehen (perkutane Sonden = PEG) ernährt. Sie gewöhnen sich daran und wollen nicht mehr "normal" essen. Diese "Gewöhnung" an eine medizinische Maßnahme ist eine unerwünschte Nebenwirkung einer an sich guten Sache. Unser Projekt steht Kindern und deren Familien in der ganzen Welt zur Verfügung, um diese "Nebenwirkung" mit den dramatischsten Folgen für die Kinder und deren Familien zu beheben.

KATEGORIEGesundheit erleben – ein Erwachsenen-Leben lang“ (Erwachsene)

1. PLATZ
"Schauspielpatient(innen)programm - Schauspielpatient(innen) im Kommunikationstraining für Medizinstudierende"
Barbara Sommer, Medizinische Universität Wien, Department für medizinische Aus- und Weiterbildung, Methodik & Entwicklung, Schauspielpatient(innen)programm

An der MedUni Wien trainieren in einem österreichweit einzigartigen Projekt seit 2010 Medizinstudierende Arzt-Patientengespräche mit Schauspielpatient(innen). Schauspielpatient(innen) werden international und zunehmend auch im deutschsprachigen Raum besonders in der Vermittlung kommunikativer Fähigkeiten und Fertigkeiten im Medizinstudium eingesetzt. Gerade hinsichtlich einer empathischen Arzt-Patientenkommunikation kann diese Unterrichtsmethode wertvolle praktische Unterstützung bieten, da die Kommunikationsfähigkeit durch gezielte Trainings verbessert werden kann und (angehende) Ärztinnen und Ärzte lernen, zuzuhören und die richtigen Fragen zu stellen. Besonders wichtig ist das anschließende Feedback, das den Studierenden eine unmittelbare Rückmeldung über den Gesprächsverlauf gibt.

2. PLATZ
"Piano-Stiegen"
Diabetes Austria - Kub und Hopfinger GmbH

Piano-Stiegen und Vorsorge-Check-Box: Im November 2011 installierte Diabetes Austria beim Aufgang der Opernpassage zur Wiener Staatsoper auf den Stiegen neben der Rolltreppe eine sogenannte Piano-Stiege. Dabei wurden die einzelnen Stufen mit Hilfe von Drucksensoren und elektronischen Geräten zu einer Klaviertatstur umfunktioniert. Ziel war, Passant(innen) den Spaß an Bewegung zu vermitteln. Am oberen Ausgang war in einem Container eine Checkbox aufgebaut, bei der man kostenlos und anonym Parameter wie Blutzucker, Blutdruck und Bauchumfang feststellen lassen konnte. 500 Personen haben von diesem Angebot Gebrauch gemacht. Die Ergebnisse: 16% hatten erhöhte Blutzucker-Werte über 150mg/dl, etwa 40% hatten erhöhte Blutdruckwerte und mehr als die Hälfte hatte einen zu großen Bauchumfang.

"PARC-Projekt"
Aids Hilfe Wien

Das PARC-Projekt steht für "Prevention of Aids with the Resources of Communities". Ziel des Projektes ist die HIV/AIDS- und Hepatitis-Prävention unter Migrant(innen) aus Subsahara-Afrika, die in Wien leben. Hierbei handelt es sich um die Migrantengruppe, die in Österreich am stärksten von HIV/AIDS betroffen ist - 12% aller Menschen, die in Österreich mit HIV/AIDS leben. Diese Zielgruppe ist schwer zu erreichen, weshalb die Ansätze der Partizipation und Peer-Edukation gewählt wurden. Es wurden neun Peer-Edukatoren der afrikanischen Community ausgewählt und ausgebildet, die maßgeblich in die Projektplanung und -umsetzung mit einbezogen wurden. In dem Zeitraum zwischen Juni und September 2011 konnten auf diese Weise mehr als 5.000 Personen über Beratungsgespräche erreicht werden.


KATEGORIELebenswert alt werden“ (Generation 60+)

1. PLATZ
"Servus Sozialzentrum Würnitz"
Servus Sozialzentrum Würnitz

Projektbegründung: 1) Hohes Durchschnittsalter in Würnitz mit ca. 900 Einwohner(innen) - fast 10 Jahre über dem Österreichschnitt. 2) Verlorene soziale Dorfstruktur durch Vergrößerung des Dorfes auf das 5-fache seit 1970 durch Einfamilienhäuser. Zielgruppe: 1) Senior(innen). 2) Personen jeden Alters und neuzugezogene Familien seit 2010 - erstmals auch Wohnungen und Reihenhäuser! Kommunikationsstrategie und -maßnahmen: 1) Interne Kommunikation -28 Ehrenamtliche Mitarbeiter(innen) - alle Entscheidungen vom Team getragen. 2) Externe Kommunikation - Persönliche mündliche Kommunikation - Monatliches Informationsblatt - Plakate - Internet - Links. Wichtig: Kommunikation muss flexibel bleiben und sich jeder Situation anpassen.

 2. PLATZ
"NaMaR - Netzwerk für alte Menschen im alpenländischen Raum"
Caritasverband der Erzdiözese Salzburg

Ca. 75 % aller alten und pflegebedürftigen Menschen werden von Angehörigen betreut und gepflegt. Dies führt immer wieder zu einer Überforderung der pflegenden Angehörigen. Im Projekt NaMaR versuchen drei Caritas-Organisationen (Salzburg, Innsbruck und München-Freising) dem "Problem" der Vereinsamung und gesundheitlichen Beeinträchtigung von pflegenden Angehörigen entgegen zu wirken. Durch die Ausbildung von Ehrenamtlichen zu Begleiter(innen) von pflegenden Angehörigen soll erreicht werden, dass pflegende Angehörige Ansprechpartner zur Seite haben, die sie ermutigen, bestärken und in ihrem Pflegealltag begleiten. Als primäre Zielgruppe gelten Menschen, die in der privaten Umgebung Angehörige betreuen und/oder pflegen, sowie ältere Menschen, die zunehmend auf Hilfe anderer angewiesen.

3. PLATZ
"Gesundheitsberatung für kardiologische Patientinnen und Patienten mit klassischen Risikofaktoren"
Medizinische Universität Innsbruck, Univ.-Klinik für Medizinische Psychologie, Innsbruck

Herzkreislauferkrankungen als die häufigste Todesursache in Österreich sind zu einem Großteil Lebensstilerkrankungen, welche durch die Behandlung modifizierbarer Risikofaktoren eindämmbar wären. Der große Zeitdruck und eine immer kürzer werdende Liegedauer an den kardiologischen Stationen erschweren den Ansatz einer notwendigen Gesundheitsberatung. Basierend auf dem Prozessmodell gesundheitlichen Handlens (HAPA) wurde eine kurze aktivierende gesundheitspsychologische Intervention zur Überbrückung der Intentions-Verhaltenslücke initiiert und evaluiert. Die Gesundheitsberatung in den drei Themenbereichen Wohlbefinden, Ernährung und Bewegung unterstützt Patient(innen) durch das eigenständige Erstellen von persönlichen Plänen darin, die Intention einer Lebensstiländerung in Handlung umzusetzen.