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Primär-, Sekundär- und Tertiärprävention

Je nach Zeitpunkt und Interventionsmaßnahme werden verschiedene Phasen unterschieden, die zusammen die klassische „Präventionstriade“ bilden.

Die Primärprävention hat zum Ziel, die Gesundheit zu fördern und zu erhalten und die Entstehung von Krankheiten so gut wie möglich zu verhindern. Maßnahmen der Primärprävention (Aufklärung, Erziehung, Information, politische Aktionen) können spezifische Individuen ebenso wie Personengruppen, aber auch – allerdings seltener – die Gesamtbevölkerung betreffen. Idealerweise sollten sie in einer möglichst frühen Lebensphase einsetzen. Hierzu gehört zum Beispiel die Vermeidung von Risikofaktoren wie Alkohol- und Nikotinkonsum, insbesondere verstärkte Maßnahmen zum Nichtraucherschutz oder gesundheitsbewusste Erziehungsmaßnahmen, die bei Kindern die Lust und Freude an gesunder Ernährung und körperlichen Aktivitäten wecken sollen.

Die Sekundärprävention soll das Fortschreiten einer Krankheit durch Frühdiagnostik und -behandlung verhindern. Sie umfasst Maßnahmen zur frühzeitigen Entdeckung von Veränderungen, die zu Krankheiten führen bzw. greift in Risikosituationen ein. Screening-Untersuchungen (z.B. Mammographie bei der Brustkrebsvorsorge, Darmspiegelungen zur Darmkrebsprävention) bei scheinbar Gesunden auf das Vorliegen bestimmter symptomloser Krankheitszeichen oder -vorzeichen zielen darauf ab, Krankheiten im Frühstadium zu erkennen und sie durch rechtzeitige Behandlung möglichst zur Ausheilung oder zum Stillstand zu bringen.

Als Tertiärprävention wird die Verringerung der Schwere und der Ausweitung von bereits manifest gewordenen Erkrankungen bezeichnet; sie beinhaltet aber auch die Rückfallsprophylaxe sowie die Prävention von Folgestörungen bei bereits bestehenden Krankheiten bzw. eingetretenen Ereignissen. Tertiäre Maßnahmen betreffen Menschen, die bereits an einer Krankheit in einem fortgeschrittenen Stadium leiden. Ziel ist, die Funktionsfähigkeit und Lebensqualität weitestgehend wiederherzustellen bzw. zu erhalten, etwa durch Heilgymnastik oder Rehabilitationskuren.

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Quellen:
MDS - MEDIZINISCHER DIENST DER SPITZENVERBÄNDE DER KRANKENKASSEN e.V.: Primärprävention und Betriebliche Gesundheitsförderung. Sekundärprävention: Krankheiten früh erkennen.
(http://www.mds-ev.de/Praevention.htm).
INSTITUT FÜR SOZIAL- UND PRÄVENTIVMEDIZIN DER UNIVERSITÄT ZÜRICH
(http://www.ispm.uzh.ch/index.html).
DOPPLER, Birgit (2010): Gesundheitskommunikation. Kommunikationskampagnen im Gesundheitsbereich am Beispiel des ‚Pilotprojekts Schulfrucht', Diplomarbeit, Wien, S. 32-33.