Berufsverständnis

Organisationsmediziner(innen) sind - wie Arbeitsmediziner(innen) - aus ihrem ganzheitlichen Verständnis und aufgrund ihrer Kenntnis über das gesamte Spektrum der Reaktionen des Menschen auf physische und psycho-soziale Einflüsse in der Lage, potenziell gesundheits- und leistungsgefährdende Aspekte zu erkennen und im Sinne der Prävention Maßnahmen zur Förderung der Gesundheit und Leistung zu entwickeln und umzusetzen.

Ihre Kenntnisse auf dem Gebiet der Psychosomatik - als Ausdruck der Wechselwirkungen von Mensch und sozialem Umfeld-, darüber hinaus aber auch von Methoden der Unternehmensführung und der Organisationspsychologie befähigen sie, die speziellen Bedürfnisse im betrieblichen Umfeld wahrzunehmen und aufzuzeigen, positive Veränderungen hin zu möglichst optimalen Organisationsbedingungen vorzuschlagen und als medizinischer Prozess- und Organisationsspezialist zu begleiten, falls erforderlich unter Einbindung von Fachkräften zu spezifischen Themen.

Maßnahmen der Organisationsmedizin sind Potentialinvestitionen in das Humanvermögen, die - ähnlich wie Forschungs- und Entwicklungsvorhaben - zunächst auf eine immaterielle Verbesserung der Leistung ausgerichtet sind, bevor sie mittel- bis langfristig zu einer Verbesserung der Wettbewerbsposition, z.B. durch höhere Produktqualität, ertragswirksam werden.

Bei all ihren Aktivitäten stehen für Organisationsmediziner(innen) der Mensch und die Erhaltung und Förderung seiner Gesundheit, Lebensqualität und Leistungsfähigkeit innerhalb des Systems "Betrieb" im Mittelpunkt. Ihre Tätigkeit dient daher dem Nutzen sowohl der Mitarbeiter(innen) als auch des Unternehmens.