Lehrgänge & Seminare:

Bereiche / Inhalte

1. Untersuchung bei Einwirkung durch chemisch-toxische Arbeitsstoffe

16 Unterrichtseinheiten (UE) Vorträge und Übungen:

  • Beurteilung, Meldung und Dokumentation von Eignungs- und Folgeuntersuchungen nach §§ 49 ff. ASchG
  • Chemisch-toxische Arbeitsstoffe
    Stoffmessungen, Laboruntersuchungen, Beurteilung der Laborbefunde, Eignung für die Arbeit mit bestimmten Stoffen / Beurteilung der Eignung
  • Chemisch-toxisches Praktikum (Qualitätssicherung in der Gesundheitsüberwachung)
    Anforderungen für Laboruntersuchungen - Bedeutung der Laborparameter, Grundzüge der Analytik und Qualitätssicherung, Kostenträger und Abrechnung, der präanalytische Ablauf – Maßnahmen zur Qualitätssicherung, Planung, Dokumentation, Probenidentifikation, Probenhandling und Stabilität, Versand und Transport, Interpretation und Beurteilung der Untersuchungsergebnisse, Maßnahmen, Behördenkommunikation, Differentialdiagnostische Fallbeispiele für Erkrankungen durch chemisch-toxischen Arbeitsstoffe

28 UE Selbststudium:
Belastungs-/Beanspruchungsmodell, Grenzwertkonzepte, Berufskrankheiten, Ermächtigung, Eignungs-/Einstellungsuntersuchungen, Chemikalien in Industrie und Gewerbe, Methoden zur Erfassung toxikologischer Wirkungen inkl. Quantifizierung, Qualitätssicherung in der Toxikologie, Kanzerogene Arbeitsstoffe, Berufsbedingte Krebserkrankungen, Fruchtschädigende und erbgutverändernde Stoffe, Metalle, Kunststoffe, Lösemittel, Chemikaliengesetz, Grenzwerteverordnung, Primäre Prävention bei chemischen Belastungen, Biologische Arbeitsstoffe, Verordnung Gesundheitsüberwachung am Arbeitsplatz

2. Untersuchung bei Einwirkung durch Stäube, Rauche und Isocyanate

8 UE Vorträge und Übungen:

  • Beurteilung, Meldung und Dokumentation von Eignungs- und Folgeuntersuchungen nach §§ 49 ff. ASchG
  • Stäube, Rauche, Isocyanate
    Staubmessungen, Lungenfunktionsprüfung - praktische Durchführung, Beurteilung von Spirogrammen, Eignung für Staubarbeit, Beurteilung der Eignung

20 UE Selbststudium:
Berufskrankheiten, Ermächtigung, Eignungs-/Einstellungsuntersuchungen, Definitionen, Messungen, Organische Stäube, Anorganische Stäube, Isocyanate, Kunststoffe (nur für Isocyanate), Reizgase, Berufsbedingte obstruktive Atemwegserkrankungen, Differentialdiagnostische Fallbeispiele, Absauganlagen, Atemschutz, Verordnung Gesundheitsüberwachung am Arbeitsplatz

3. Untersuchung bei Einwirkung von Lärm

8 UE Vorträge und Übungen:

  • Beurteilung, Meldung und Dokumentation von Eignungs- und Folgeuntersuchungen nach §§ 49 ff. ASchG
  • Lärm
    Lärmmessungen, Audiometrie - praktische Durchführung, Beurteilung von Audiogrammen, Eignung für Lärmarbeit, Beurteilung der Eignung

10 UE Selbststudium:
Berufskrankheiten, Ermächtigung, Eignungs-/Einstellungsuntersuchungen, Akustik und Lärmmessung, Lärmschwerhörigkeit, Ausiometrie, Lärmschutzmaßnahmen, Verordnung Gesundheitsüberwachung am Arbeitsplatz

4. Untersuchung bei Einwirkung durch den Organismus besonders belastende Hitze, beim Tragen von Atemschutz, bei Tätigkeit im Gasrettungsdienst

8 UE Vorträge und Übungen:

  • Beurteilung, Meldung und Dokumentation von Eignungs- und Folgeuntersuchungen nach §§ 49 ff. ASchG
  • Hitze/Kälte
    Klimamessungen, Ergometrie - praktische Durchführung, Beurteilung von Ergometrien, Eignung für Hitzearbeit, Beurteilung der Eignung

10 UE Selbststudium:
Berufskrankheiten, Ermächtigung, Eignungs-/Einstellungsuntersuchungen, Klima, Ergometrie, Raumlufttechnische Anlagen, Verordnung Gesundheitsüberwachung am Arbeitsplatz

5. Untersuchung bei Einwirkung von ionisierenden Strahlen

Einen Sonderfall stellen die ärztlichen Untersuchungen bei Einwirkung von ionisierenden Strahlen dar. Diese sind nicht im ArbeitnehmerInnenschutzgesetz, sondern im Strahlenschutzgesetz geregelt. Laut § 30 des Strahlenschutzgesetzes dürfen als beruflich strahlenexponierte Personen nur Arbeitnehmer(innen) beschäftigt werden, deren gesundheitliche Eignung durch eine ärztliche Untersuchung festgestellt wurde. Weiters ist der Gesundheitszustand beruflich Strahlenexponierter periodisch wiederkehrend zu kontrollieren. Darüber hinaus ist auch bei Verdacht einer Gesundheitsbeeinträchtigung durch Strahleneinwirkung bzw. bei Beendigung der mit Strahlenexposition verbundenen Beschäftigung eine ärztliche Untersuchung vorzunehmen.

Um eine solche Untersuchung durchführen zu können, müssen die zu ermächtigenden Ärzte/Ärztinnen gemäß § 35 des Strahlenschutzgesetzes hinreichende Kenntnisse hinsichtlich der Beurteilung von Beeinträchtigungen des Lebens oder der Gesundheit von Menschen einschließlich ihrer Nachkommenschaft durch ionisierende Strahlen besitzen.

Eine Ermächtigungs-Ausbildung für den Bereich ionisierene Strahlen wird derzeit von der Österreichischen Akademie für Arbeitsmedizin und Prävention nicht angeboten.

6. Weitere Untersuchungen

Zur Erteilung einer Ermächtigung zur Durchführung von Untersuchungen bei Einwirkung hautkrebserzeugender Arbeitsstoffe sind keine zusätzlichen Ausbildungsveranstaltungen vorgesehen, da hierfür die Ausbildung der Hautfachärzte/Hautfachärztinnen und der praktischen Ärzte/Ärztinnen als ausreichend betrachtet werden kann.

Hinsichtlich der Anforderungen für Ermächtigungen zur Durchführung sonstiger, aufgrund der Verordnung vorgesehener oder im Einzelfall bescheidmäßig aufgetragener Untersuchungen sind keine allgemeinen Richtlinien vorgesehen; die Ausbildungserfordernisse werden jeweils vom BMASK (Arbeitsinspektion) entsprechend der Art und dem Umfang der Untersuchung festgelegt.